Nachgedacht Dezember 2017

Und das Licht leuchtet in der Finsternis

und die Finsternis hat es nicht erfasst.

So heißt es im Johannes-Evangelium, dass wir am Weihnachtstag hören werden. Und so soll es sein: Mitten in der Nacht strahlt ein Licht auf – ein Streifen Helligkeit mitten in der Dunkelheit.

Dunkelheit gibt es in diesen Tagen genügend. Nicht, weil man schon am Nachmittag das Licht einschalten muss, sondern vor allem auch rings um uns herum: In Myanmar wo Menschen vertrieben werden oder auf dem amerikanischen Kontinent und im Iran, wo Erdbeben und Hurrikane Verwüstung anrichteten und Menschen in den Tod rissen. Und noch näher rückt die Dunkelheit: In den Großstädten erfrieren Obdachlose oder wir kennen jemanden, der einen lieben Menschen verloren und sich nun verlassen fühlt … Und inmitten all dieser Finsternis heißt es: „Glanz strahlt von der Krippe auf!" – Ein Stern geht auf und weist uns darauf hin! Und wir? Gehören wir zur Finsternis, die das Licht nicht erfasst? Sind wir Teil der Dunkelheit, glauben wir, dass das Licht nur für andere leuchtet?

Der Apostel Paulus mahnt uns am 1. Advent: „Ihr seid Kinder des Lichts!" Das ist unser Glaube: Wir sehen das Licht in der Finsternis. Wir glauben, dass Gottes Liebe so groß ist, dass er uns als Mensch in seinem Sohn begegnen will! Das ist der Glanz der von der Krippe ausgeht – zuerst nur ein schmaler Streifen, aber wenn wir uns davon erfassen lassen, dann treten wir heraus aus der Dunkelheit, dann wird es um uns herum heller - und wie das Licht der Kerze sich vermehrt, wenn man es weitergibt, so ist es auch mit dem göttlichen Licht der Liebe: Sie vermehrt sich, wenn man sie teilt. Gehen wir also und tragen zu den Kranken, den Fremden, den Trauernden, den Einsamen ein Licht. Dann wird wahr, wie es heißt: „Gott will im Dunkel wohnen, und hat es doch erhellt!"

Weihnachten endet nicht an der Krippe. Es beginnt dort – das Licht strahlt in der Finsternis und verteilt sich weiter. Auch wenn es vielleicht nur ein kleines Fünkchen ist, was jeder weitergeben kann: „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen."

Ich wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten!

Autor: Markus Reuter

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