Nachgedacht

Unter diesem Titel erscheint monatlich in einigen Hauszeitungen der Polizeidienststellen ein Text der Polizeiseelsorge, der zum Nachdenken und Besinnen anregen soll.

Hier finden Sie die aktuell veröffentlichten Texte zum nachlesen.
(Ältere Text über die Navigation am linken Rand)


 

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Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für diese Zerstörung

Ausnahmsweise muss hier einmal ein Satz der Bundeskanzlerin zitiert werden. Denn alle Worte, die uns einfallen, erscheinen angesichts der Katastrophe in der Eifel schal und leer. Furchtbar, schrecklich, unerträglich - ist leicht gesagt. Und doch sind solche Worte nicht ansatzweise geeignet, Schrecken und Mitgefühl in Sprache zu fassen. Wir stellen uns voller Anteilnahme vor, wie bodenlos das Gefühl sein muss, wenn man ohnmächtig vor den Trümmern seiner Existenz steht. Dort wo lange Zeit man sicher und geborgen sich gefühlt hat, klafft nach dem Einbruch der Fluten ein Abgrund...

Vom Reisen und Lesen

Meine spannendsten Reisen fanden im letzten Jahr nicht per Flugzeug oder Auto statt, sondern mit einem Buch. Ich war sozusagen auf „Lesereise“. In Zeiten der Pandemie bleibt einem ja kaum etwas Anderes übrig, als auf den Flügeln der Fantasie an einen besseren Ort zu entfliehen.

Seit ich lesen kann, nutze ich diese Fluchtmöglichkeit regelmäßig und ausgiebig. Ich war schon auf vielen „Lesereisen“... 

 Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen!

Klingt verdächtig nach Scharia! Gottesrecht bricht Menschenrecht. Nämlich Gott – nicht das Volk ist der Souverän. Gottes Gebote anstelle des positiven Rechts – da zieht der demokratisch legitimierte Gesetzgeber den Kürzeren. Denn hier sind nur solche Normen gültig, die nahtlos aus Koran und Sunna fließen. Schließlich fordert die Einsheit Gottes (tauhid) die Einsheit der Gläubigen, vor allem aber die Einsheit aller Normen des Lebens.

Doch nicht die Scharia, sondern die Bibel gebietet: „Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen“ (Apg 5,29)...

Jammern und klagen

Es gibt Tage, an denen möchte ich mich einfach nur hinsetzen und bemitleidet werden. Das Schicksal ist ungerecht zu mir und nichts kann es besser machen. Im Moment gibt’s wirklich besonders viel Grund zum Jammern, finde ich: Die Corona-Regeln sind chaotisch, ein Impftermin für viel noch in weiter Ferne und ein Ende der Kontaktbeschränkungen nicht in Sicht. Schon morgens denk ich: Ich will nicht mehr! Das reicht jetzt!

Wie gut, wenn ich dann mal so richtig jammern kann...

 "April - April, der weiß nicht was er will"

So haben wir als Kinder gedichtet. Eben noch strahlend hell – plötzlich finstere Wolken: Das ist April! Eben gießt strömender Regen nieder – plötzlich bricht die Sonne durch: Regenbogen-Zeit. Ein Naturschauspiel – faszinierend zu allen Zeiten – auch wenn wir längst die physikalischen Ursachen durchschauen: Dramatischer Wechsel zwischen wildem Wolkengetose und sanft wärmendem Sonnenlicht.

Wie im richtigen Leben halt – wenn in Trauer der Trost einbricht, wenn Verzweiflung von Hoffnung erleuchtet, Angst von Zuversicht durchstrahlt wird...

Respect the limit

Nicht nur während der Fastnachtstage müssen wir unsere Grenzen kennen. Wer mal über die Stränge schlagen will, muß spüren, wann Schluss ist. Auch in der Fastenzeit kann das nur nützlich sein: Man kann – mit besten Absichten - seinem Körper auch zu viel zumuten.  Wie Spitzensportler, die gezielt an ihre Grenzen gehen – diese aber niemals um des Applauses willen überschreiten sollten.

Respekt ist eine Tugend – oft nur halbherzig gelebt. Viele Kollegen im Einzeldienst oder in geschlossenen Einsätzen können hiervon ein Lied singen...


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Foto: Markus Reuter

Bild: Markus Reuter