Nachgedacht

Unter diesem Titel erscheint monatlich in einigen Hauszeitungen der Polizeidienststellen ein Text der Polizeiseelsorge, der zum Nachdenken und Besinnen anregen soll.

Hier finden Sie die aktuell veröffentlichten Texte in diesem Jahr zum nachlesen.
(Ältere Text über die Navigation am linken Rand)


 

Arbeite, um zu leben oder lebe, um zu arbeiten

Der 1. Mai ist der „Tag der Arbeit“, in Deutschland ein offizieller Feiertag (diese ja leider ein Sonntag). Doch er hat Tradition und vor allem die Gewerkschaften nutzen ihn, um auf Belanger der arbeitenden Bevölkerung hinzuweisen. Für viele Menschen ist Arbeit nicht das Leben, aber ein wichtiger Teil davon. Durch Arbeit wollen viele Menschen das Geld verdienen, das ein unabhängiges und selbstständiges Leben ermöglichen soll. Doch einen Job zu haben, bedeutet heutzutage nicht automatisch, unter menschenwürdigen Bedingungen zu arbeiten...

Wir vertrauen auf die Gerechtigkeit

Voller Entsetzen schauen wir auf den grausamen Terror in der Ukraine. Ungläubig verfolgen wir diesen ersten Angriffskrieg in Europa seit Hitlers Überfall auf Polen 1939, dessen Raubmordzug gegenüber der Zivilbevölkerung zur Blaupause des Moskauer Diktators geworden ist.

Weitgehend hilflos können wir überall im öffentlichen Raum nur mit den Symbolen Blau-Gelb solidarisch Flagge zeigen. Sogar auf unseren Wiesen und Parkanlagen! Dort nämlich leuchten jetzt die Hyazinthen in diesen beiden Farben besonders schön und künden vom Ende des eisigen russischen Winters...

Ach, es war ja Rosenmontag...

...und er war nicht freudig, geschweige denn ausgelassen. Denn es war eine ganz „andere“ Fastnacht als wir sie kennen. Die Umzüge waren schon vor Langem abgesagt wegen Corona. Dann kamen die schrecklichen Ereignisse am 31.1. in Kusel, wo eine Kollegin und ein Kollege auf grausame Weise ihr Leben genommen bekamen. Und nun haben wir auch noch Krieg in Europa, was uns irgendwie im 21. Jahrhundert nicht mehr möglich erschien.     

Da will Fastnacht so gar nicht passen. Dabei sind die uniformierten Garden der Mainzer Fastnacht eine reine Persiflage auf den Militarismus vergangener Jahrhunderte. Fastnacht ist nicht nur Klamauk und Spaß...

Jesus spricht: Kommt ud sehet!

Groß sind die Erwartungen an das neu gestartete James-Webb-Teleskop. In einer riesigen Ellipse umkreist es die Erde. Und sucht nach Signalen aus den Tiefen des Weltalls – ganz nah dran am Urknall. Wer Wissenschaft treiben will, muss hingehen und gucken. Auch Corona lässt sich nicht ohne das Sammeln von Daten, von Inzidenzen, Impfquoten und Hospitalisierungsraten besiegen. Genau hingucken, fordert die exakte Wissenschaft. Auf klügelnde Beschwörungsmythen selbsternannter Geisterseher bar jeder Datenbasis können wir verzichten...

Konfliktfrei im neuen Jahr    
Das wäre  doch mal was! 

Stellen Sie sich vor, im kommenden Jahr gäbe es einfach keine Konflikte mehr. Die ganze Weltbühne wäre frei von Streit, Zwietracht und Aggressionen! Kein Konflikt in der Ukraine, Syrien und alle anderen Nationen befriedet. Alle Flüchtende fänden würdige Aufnahme, ob in Belarus, Polen, an der Mittelmeerküste oder am Ärmelkanal. Und auch die unterschiedlichen Auffassungen zum Impfen und der Umgang mit der Pandemie hätte eine gemeinsam von allen getragene Lösung.

Eine utopische Vorstellung?       
Ja, schon, aber doch irgendwie eine schöne Vorstellung von 2022 – oder?
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Foto: Markus Reuter

Bild: Markus Reuter