Nachgedacht

Unter diesem Titel erscheint monatlich in einigen Hauszeitungen der Polizeidienststellen ein Text der Polizeiseelsorge, der zum Nachdenken und Besinnen anregen soll.

Hier finden Sie die aktuell veröffentlichten Texte zum nachlesen.
(Ältere Text über die Navigation am linken Rand)


 

 "April - April, der weiß nicht was er will"

So haben wir als Kinder gedichtet. Eben noch strahlend hell – plötzlich finstere Wolken: Das ist April! Eben gießt strömender Regen nieder – plötzlich bricht die Sonne durch: Regenbogen-Zeit. Ein Naturschauspiel – faszinierend zu allen Zeiten – auch wenn wir längst die physikalischen Ursachen durchschauen: Dramatischer Wechsel zwischen wildem Wolkengetose und sanft wärmendem Sonnenlicht.

Wie im richtigen Leben halt – wenn in Trauer der Trost einbricht, wenn Verzweiflung von Hoffnung erleuchtet, Angst von Zuversicht durchstrahlt wird...

Respect the limit

Nicht nur während der Fastnachtstage müssen wir unsere Grenzen kennen. Wer mal über die Stränge schlagen will, muß spüren, wann Schluss ist. Auch in der Fastenzeit kann das nur nützlich sein: Man kann – mit besten Absichten - seinem Körper auch zu viel zumuten.  Wie Spitzensportler, die gezielt an ihre Grenzen gehen – diese aber niemals um des Applauses willen überschreiten sollten.

Respekt ist eine Tugend – oft nur halbherzig gelebt. Viele Kollegen im Einzeldienst oder in geschlossenen Einsätzen können hiervon ein Lied singen...

Verrückte Zeit

Verrückte Zeit, in der wer gerade leben. Närrische Zeit eigentlich auch, aber die Narren kommen in dieser Fastnachts-Kampagne nicht so recht in Feierstimmung. Die Kontaktbeschränkungen der Pandemie verbieten Schunkeln, Küsschen und ausgelassenes Feiern.

Verrückt ist etwas anderes: Vieles von dem, was wir für normal hielten ist in den letzten Monaten nicht möglich gewesen. Dinge, die wir uns nicht vorstellen konnten, sind normal geworden. Gleichzeitig hat für viele Menschen die Zeit Struktur verloren: Immer montags zum Sporttraining, dienstags zum Chor und freitags mit den Freunden feiern...

Ein trauriges Jahr voller Einschränkungen, Absagen und Enttäuschungen. Ein unsicheres Jahr, das Pläne durcheinandergewirbelt hat und nötigte, auf Sicht zu fahren. Ein bedrückendes Jahr - geprägt von großen Existenzsorgen oder dem Kummer über die erzwungene Trennung von seinen Liebsten in Pflegeheimen. Ein einsames Jahr – der persönliche Austausch eingeschränkt, das Feiern verboten - Kontakte knüpfen, Beziehungen anbahnen und Netzwerke pflegen stark erschwert. Stattdessen die Sterilität von Homeoffice, Kohortenregelung und Videokonferenzen...

Foto: Markus Reuter

Bild: Markus Reuter