Nachgedacht im Juni 2020

Immer im Dienst!

Bekanntlich arbeiten Beamte ja nicht. Nein, sie dienen! Und das ist deutlich kostbarer als jedes Arbeiten. Denn wer dient, versieht seinen Dienst nicht im eigenen Interesse, sondern sorgt für andere und ihr Wohlergehen.

Gerade Polizisten im Einzeldienst, die Gefahren abwehren und Sicherheit gewährleisten sollen und dabei manchmal sehr nah an Menschen herankommen müssen, von denen sie nicht wissen, ob sie erkrankt sind. Gerade Polizisten in Ermittlungsverfahren, die mit ihren Mühen dafür sorgen, dass wir in diesen außergewöhnlichen Zeiten nicht von einer Welle von Verbrechen überrollt werden. Polizisten, die ihre Gesundheit riskieren, weil sie die Unversehrtheit an Leib und Seele von uns allen bewahren und schützen wollen.

Wer seinen Dienst zuverlässig an der Stelle in der Verwaltung, an die er hingestellt worden ist, verrichtet – der verwaltet damit die wertvollsten Güter unserer Gesellschaft – nämlich ein Leben in Frieden und Freiheit. Wir können sehr dankbar dafür sein, dass so viele Menschen bereit sind, die ihnen anvertrauten Gaben im alltäglichen Dienst mit all seinen Belastungen und Gefährdungen einzubringen.

Dabei dienen getreue Verwalter nicht nur den Mitmenschen, nicht nur der Gemeinschaft – sondern letztlich immer auch Gott. Selbst, wer sich ärgert, dass sein Einsatz immer seltener gewürdigt, immer häufiger abgelehnt wird, wer durch Respektlosigkeit sich gekränkt und durch eine Mangelverwaltung wenig unterstützt fühlt – unser himmlischer Vater sieht mit Freude, wie jeder einzelne von uns seinen persönlichen Gottesdienst an seinen Mitmenschen verrichtet.

Damit erfolgt der Dienst jedes Polizeibeamten als echter Gottesdienst im Alltag im Gehorsam gegenüber der Aufforderung des Apostel Petrus: „Dienet einander als getreue Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat“ (1. Petrus 4,10).

Autor: Martin Schulz-Rauch

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