Nachgedacht

Unter diesem Titel erscheint monatlich in einigen Hauszeitungen der Polizeidienststellen ein Text der Polizeiseelsorge, der zum Nachdenken und Besinnen anregen soll.

Hier finden Sie die in diesem Jahr veröffentlichten Text zum nachlesen und downloaden.
(Ältere Text über die Navigation am linken Rand)


 

Seite
1 23»
11 Treffer

Und das Licht leuchtet in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht erfasst.

So heißt es im Johannes-Evangelium, dass wir am Weihnachtstag hören werden. Und so soll es sein: Mitten in der Nacht strahlt ein Licht auf – ein Streifen Helligkeit mitten in der Dunkelheit.

Dunkelheit gibt es in diesen Tagen genügend. Nicht, weil man schon am Nachmittag das Licht einschalten muss, sondern vor allem auch rings um uns herum: In Myanmar wo Menschen vertrieben werden oder auf dem amerikanischen Kontinent und im Iran, wo Erdbeben und Hurrikane Verwüstung anrichteten und Menschen in den Tod rissen. Und noch näher rückt die Dunkelheit: In den Großstädten erfrieren Obdachlose oder wir kennen jemanden, der einen lieben Menschen verloren und sich nun verlassen fühlt … Und inmitten all dieser Finsternis heißt es: „Glanz strahlt von der Krippe auf!" – Ein Stern geht auf und weist uns darauf hin! Und wir? Gehören wir zur Finsternis, die das Licht nicht erfasst? Sind wir Teil der Dunkelheit, glauben wir, dass das Licht nur für andere leuchtet?

Fünfhundert Jahre ist es nun her … 

dass Martin Luther am 31. Oktober 1517 Thesen gegen den Ablaßhandel in Wittenberg publizierte. Aufgerüttelt durch den himmelschreienden Mißbrauch der altehrwürdigen Bußpraxis verfasste der junge Theologieprofessor aus dem Augustinereremitenorden einen prägnanten Angriff gegen gewissenlose Seelenverkäufer aus dem Dominikanerorden. Zuständigkeitshalber sandte er seinen scharfen Angriff auch an den Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Da dieser ahnte, dass die Provokationen des gelehrten Mönchs Sprengstoff  enthalten könnten, wandte er sich hilfesuchend an Rom. Von dort erging dann nach jahrelangem Zögern die Bannbulle  

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Jetzt strahlen sie wieder von allen Bäumen und Laternenpfosten – unsere künftigen Abgeordneten und die, die es gerne werden wollen. Wen soll man das wählen? „Die sagen eh alle das Gleiche!“ Warum soll man überhaupt wählen? „Die machen ja ohnehin, was sie wollen!“ Was bringt eine Wahl überhaupt? „Die reden nur und machen nichts!“. Selbst wenn all diese Einwände wahr wären – was ich nicht glaube – und man das politische Schachern abstoßend findet: Beim Wählen geht es immer auch um unsere Demokratie. Zweihundert Jahre haben engagierte Männer und Frauen darum gekämpft, dass allein die Bürger bestimmen, wer sie regiert – und nicht irgendwelche Monarchen, Päpste oder Diktatoren. Wählen heißt freie Selbstbestimmung – auch wenn wir keine wirkliche Auswahl haben, weil keiner uns vom Hocker reißt.

Aber mal Hand aufs Herz: ...

Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten

Auf vielen Lebensmitteln finden wir die Warnung: "Kann Spuren von Nüssen enthalten!" Für Allergiker ist das ein wichtiger Hinweis, für alle anderen nicht so wichtig – meistens weiß man es sowieso. Eine Variation dieses Warnhinweises, fand ich letztens auf einer Postkarte: "Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten." – Ja, das wusste ich auch schon!

Dieser Satz sollte eigentlich zum Leitfaden dieser Zeilen werden und dann kamen die Bilder aus Hamburg vom G20. Und mir ging durch den Kopf: MÜSSEN wir das aushalten, MUSS das sein? ...


Seite
1 23»

Foto: Markus Reuter

Bild: Markus Reuter