Nachgedacht

Unter diesem Titel erscheint monatlich in einigen Hauszeitungen der Polizeidienststellen ein Text der Polizeiseelsorge, der zum Nachdenken und Besinnen anregen soll.

Hier finden Sie die in diesem Jahr veröffentlichten Text zum nachlesen und downloaden.
(Ältere Text über die Navigation am linken Rand)


 

Nachgedacht April 2018 (01.04.2018)

Der etwas andere Blick auf den Gekreuzigten

Jetzt an Ostern kommen sie wieder ganz besonders in den Blick: Kreuze, an denen ein Mensch hängt. Mir durchaus bekannt, wenn es sich dabei um den gekreuzigten Jesus handelt. Auch Facebook ist davon bei Weitem nicht frei. Doch über eine sehr eigene Bilderserie mit ‚dem Gekreuzigten‘ bin ich in den letzten Tagen gestolpert:
Das Kreuz wird dargestellt von einem Erwachsenen, der mit dem Gesicht zur Wand und ausgebreiteten Armen dasteht. Und ‚daran hängt‘ ein Kinderköper, ganz so wie ich es von Kreuzdarstellungen gewohnt bin. Ein Erwachsener ist als Bischof erkennbar, ein weiterer als Tourist in Thailand, einer als Soldat, ein anderer als Arzt in OP-Kleidung. Ein vermummter mit Waffen ergänzt die Reihe, die vom Clown einer Fastfood-Kette abgeschlossen wird.

Was sollen diese  verstörenden Darstellungen?  

Nachgedacht März 2018 (05.03.2018)

Wunderbar gemacht!

Toller Urlaub  – phantastischer Strand, geile Schuhe – irres Outfit, heiße Musik – wilde Stimmung:  Manchmal kommt man richtig ins Schwärmen, wenn man denkt, was man schon alles erlebt hat. Es gibt einfach irre Sachen, geile Plätze, tolle Leute, von denen man nicht genug bekommen kann - an die man sich lange gern erinnert. Vor allem wunderbare Menschen, die (hoffentlich) jeder von uns um sich hat - in der Familie, im Kollegenkreis - machen das Leben erst richtig lebenswert. Der Partner, die Kinder, die Eltern, die besten Freunde: Glücklich ist, wer mit wunderbaren Menschen zusammenlebt...

„Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet." (Ps alm30, 12)

In diesen Wochen wird wieder an vielen Orten gefeiert – Fastnacht, Fasching, Karneval. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Tanz. Tanzen ist ein Ausdruck der Lebensfreude, es erhebt und beflügelt. Das wusste auch der heilige Augustinus:

Ich lobe den Tanz,...

Alle Jahre wieder ..

ist der Jahresanfang mit guten Vorsätzen gepflastert. Mehr Sport, weniger essen; mehr Zeit für die Kinder, weniger Überstunden. Freundschaften pflegen, Natur genießen, ökologischer denken, Hobbys ausbauen

Gute Vorsätze halten uns auf Trab! Also schieb ich gleich noch einen nach. Den Feiertag heiligen, den Sonntag ehren: Wie wäre es damit? So jedenfalls empfiehlt es das dritte Gebot: Mal nichts tun; die Seele baumeln lassen; sich treiben lassen, grad so wie es kommt. Nichts arbeiten, nichts erledigen, nichts auf die Beine stellen. Nur da sein, das Leben genießen - die Familie, die Freunde, die Natur. Klingt verlockend, macht Lust auf mehr. Doch wie selten genehmigen wir uns diesen Luxus! Grad mal für ein paar kurze Wochen im Urlaub. Um dann stöhnend, ächzend, dauermüde wieder in die graue 7/24-Tretmühle einzusteigen.

Foto: Markus Reuter

Bild: Markus Reuter